Meine Zählung für dieses Jahr endet im September. Da beginnt mein neues Jahr. Oder auch Jahrzehnt. Oder auch Zeitalter. Das Jahr null. Ab da wird es v. U. (vor Umzug) und n. U. (nach Umzug) heißen. Und weil darum dieses Jahr nur neun Monate hat, beginnt für mich jetzt schon das, was man sonst so ab Mai erlebt: Die Wochen vergehen immer schneller und schneller. Das Jahreskarussell fährt langsam und stockend an, bekommt Geschwindigkeit, rast, ein kurzes Wusch, und schon ist alles wieder vorbei.
Es gibt sehr viel zu tun.
Und doch saßen wir, die Frau meines Cousins - Freundin, Unterstützerin, Komplizin - und ich gerade noch in der Bar, an einem dieser Abende, die dahinzuschweben und nicht zu enden scheinen. Um uns herum tobte eine Geburtstagsfeier. Alle Gäste glitzerten in mit goldenen Pailletten besetzter Kleidung vor sich hin. Laute Musik, laute Gespräche, die Drinks wurden mit jedem weiteren besser und über uns prangte eine große goldene 2018. Genau.
Und nun stehe ich auf Abdeckfolie, in farbüberkleckster Kleidung schwer atmend in meinem kleinen Flur in Berlin. Der Teleskopstiel ist gerade auseinandergebrochen. Es ist schon Nachmittag und an drei Wänden fehlt immer noch die neue weiße Farbe. Ich fluche und bin glücklich zugleich. Der Plan ist, alle Zimmer vor dem Umzug selbst zu streichen und vor dem Streichen noch zu entrümpeln. Ein geradezu hybrischer Plan.
An unserem neuen Wohnort wird im Sommer auf dem Hof und in der Scheune ein Fest stattfinden, von uns gegeben zur Feier einer vergangenen Hochzeit. 50 bis 80 Menschen werden kommen. Kaffee, Kuchen, Grillen, Getränke, Musik, Hüpfburg. Ein geradezu hybrischer Plan.